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Beginn der Weltreise – Madagaskar

Endlich ist es soweit! Am Sonntag, den 17. März 2019, starten wir unsere lang geplante Weltreise und verschwinden für eine Weile von der Bildfläche. Nach letzter Verabschiedung von Freunden und Familie sitzen wir um 18:40 Uhr im Flugzeug von Turkish Airlines nach Istanbul von wo aus wir über Mauritius nach Madagaskar fliegen. In Istanbul haben wir drei Stunden Aufenthalt. Viele Menschen in muslimischen Kleidern halten sich am Flughafen auf – sitzen und liegen am Boden oder schlafen auf Bänken. Alle mit ähnlichen Mustern auf den Kleidern, wie Reisegruppen. Wir nutzen die Zeit um uns überteuertes Bier an einem Kiosk mit der lautesten Musik zu kaufen – 12 € für 0.7 Liter. Na gut, erstes Memo an uns: Immer erst nach den Preis fragen… man muss ja erstmal reinkommen! Immerhin kann man danach beobachten wie es den nächsten Kunden genauso ergeht. Einer ist Deutscher. „Verbrecher du !“ Er ist auf dem Weg nach Nepal mit einer Reisegruppe für eine Tour im Himalay, aber alles vorher gebucht – kein Backpacker-Urlaub. In Madagaskar sei Hurricane-Zeit meint er – ohje.. hoffentlich nur Gelaber.

Um 2:20 Uhr Ortszeit geht’s weiter nach Mauritius. Zehn Stunden wacher Schlaf auf unbequemen Sitzen mit wenig Fußraum später warten wir noch eine Stunde im Flugzeug bis es weitergeht nach Antananarivo, Madagaskar. Nicht mehr als 30 Passagiere sind sitzengeblieben, die Meisten bleiben auf Mauritius. Noch schnell im Flugzeugklo die Zähne putzen und schon geht’s weiter bis wir dann endlich um 15:20 Uhr Ortszeit in der Hauptstadt Madagaskars ankommen. Dass der Flughafen kleiner ist merkt man bereits an der Bremsstärke des Piloten. Danach steigt man auf der Landebahn aus und geht zu Fuß zum Hauptgebäude. Zwei Angestellte kontrollieren am Eingang die Passagiere mit Fieberpistolen um die Temperaturen zu checken. Für die Einreise füllen wir ein kleines Dokument aus mit Passnummern und dem üblichen Kram, beliebiges Datum für die Abreise, Gelbfieberimpfung – check. Ob man einen Weiterflug bzw. Ausreiserticket hat, wird nicht geprüft. In unserem Fall hätten wir dann schon das erste Problem gehabt. 35 € für’s Visum bezahlen und Gepäck abholen. Beim Visumkauf begrüßt uns eine Malagasy „Welcome to Madagascar!“ und organisiert uns gleich ein Taxi in unser erstes Hostel Madagascar Underground. Sobald wir unsere Backpacks abgeholt haben, suchen wir den nächsten Bankautomaten am Flughafen und holen uns unsere ersten madagasischen Ariarys (1 EUR = ca. 4000 Ariary). Draußen wartet schon unser Fahrer auf uns mit „Martin Franck“ auf dem Schild, immerhin fast richtig.

Hauptberuflich ist unser Taxifahrer Civil Engineer, das Taxifahren macht er privat ohne Unternehmen um genug Geld für seine Familie zu verdienen. Er will wissen warum unsere Entscheidung speziell auf Madagaskar gefallen ist. Die Frage überrascht uns ein wenig: „because it’s exotic“, „because of the animation movie.“ Er lacht. In den nächsten Stunden bemerken wir, dass es allgemein eher weniger Reisende nach Madagaskar verschlägt. Die Fahrt bis zum Hostel soll ungefähr eine halbe Stunde dauern und führt uns an vielen Reisfeldern vorbei. „In Madagascar we eat rice three times a day“ erklärt er. Deswegen wurden viele Flächen gerodet um Platz für die Felder zu schaffen. Es fängt an zu regnen. Wir fragen Ihn ob gerade Hurrican season ist. „Hurricane ? No, it’s just the end of the rainy season.“ Gottseidank nur Gelaber.

Reisfelder bei regnerischem Wetter

Die Reisfarmer paddeln mit langen Booten über ihre unter Wasser stehenden Feldern. Rundherum grasen stierähnliche Tiere, die man Zebu nennt. Jede Menge Einheimische sind auf der Straße unterwegs, ziehen Wägen mit Wassertonnen oder sitzen vor kleinen aufgebauten Ständen voller Früchte. Es dauert nicht lange und wir stehen. „Traffic Jam“ sagt unser Fahrer. Einige Kinder mit Fruchtkörben klopfen an unser Fenster und wollen Obst verkaufen. Dabei lernen wir unsere ersten Wörter auf Malagasy. „Timith“- Es gibt Nichts.

Graffiti Dachterrasse – Hostel Madagascar Underground

Der Stau zieht die Fahrt in die Länge, vor allem in der Innenstadt von Antananarivo. Autos, Mopeds und Motorräder drängeln sich von jeder Seite durch Kreuzungen. „There are no traffic lights?“, fragen wir. „Traffic lights?“. Anscheinend gibt es keine Ampeln auf Madagaskar. Deswegen gibt es auch täglich Stau, ganz egal zu welcher Uhrzeit. Um Halb 5 kommen wir an unserem Hostel an, richten uns im Dormitory ein und nehmen endlich eine Dusche. Mittlerweile sind wir schon über 24 Stunden unterwegs, zwar mit Schlaf im Flugzeug aber trotzdem kaputt. Es gibt eine Dachterrasse mit stylischer Wandbemalung. Es ist aber niemand hier, also gehen wir zur Bar und holen uns erstmal ein original malagasysches Bier, THB – Three Horses Beer, mit dem wir uns in den Vorgarten setzen.

Endlich angekommen !

Local Malagasy Beer

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