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Madagaskar: Inselhopping Nosy Komba & Nosy Be

Nachdem wir bei Max eine super Zeit verbracht haben, beschließen wir am 01. April auf die nahe gelegene kleine Insel Nosy Komba aufzubrechen. Man kann die Insel von Max´s Haus schon deutlich sehen. Auf der Insel sollen keinerlei Verkehrsmittle wie Autos, Roller etc. existieren. Wir stellen uns eine sehr chillige Insel vor. Luca, einer der Franzosen mit dem wir schon einige Tage zusammen verbringen, schließt sich uns an. Um auf die Insel zu kommen müssen wir in den Nachbarort Ankify fahren, um vom dortigen Hafen per Boot nach Nosy Komba zu fahren. Die Bootsfahrt dauert ca. 1,5 Stunden bis wir schlussendlich an der Bootsanlegestelle ankommen. Aus einem vorherigen Urlaub auf Nosy Komba kennt Luca den Eigentümer der Bar, welche direkt am Anlegeplatz ist. Es gibt erstmal ein Bier. Anschließend machen wir uns auf die Suche nach einer passenden Bleibe für die nächsten Tage. Und es ist tatsächlich so wie uns gesagt wurde. Während unserer Suche nach einer Unterkunft bemerken wir schon, dass es tatsächlich keinerlei Verkehrsmittel auf der Insel gibt. Nicht einmal Leute mit Fahrrädern sehen wir. Nach einer Weile finden wir heraus, dass es nicht mal einen ATM hier gibt. Hoffentlich reicht uns das Geld…

Straßen von Nosy Komba

Wir werden fündig und buchen einen Bungalow für ca. 4 Euro, der jedoch etwas abgelegen ist. Nach einer erholsamen Nacht beschließen wir gegen 8:00 Uhr eine kleine Wanderung auf dem nahegelegenen Berg zu starten. Auf dem Weg dorthin passieren wir einige Verkaufsstände von Frauen, die Bilder, Figuren oder Klamotten verkaufen. Die Wanderung beginnt anfangs gleich sehr vielversprechend. Kurz nachdem wir das Dorf hinter uns gelassen haben, springen die ersten Lemuren in den Bäumen herum. Jackpot! 

Lemurenweibchen

Die schwarzen Lemuren sind Männchen, die Braunen Weibchen. Gut, dass wir Bananen dabeihaben. Zuerst noch etwas vorsichtig, lassen wir sie bald auf unseren Schultern springen und füttern sie. Ganz schön gierig. Wir wandern ca. 2 Stunden den Berg rauf und runter, bei einer Wahnsinnshitze. Leider finden wir dabei keinen Aussichtspunkt, so wie wir uns das vorgestellt hatten. Egal, zumindest ein wenig Sport gemacht! Danach heißt es erst einmal Entspannen am Bungalow, bzw. am Strand, und lassen den Tag ausklingen. Wir treffen uns oft mit Luca, der sich einen Bungalow ein paar Häuser weiter vorne genommen hat. Es wird die ein oder andere Runde Billard gespielt. Leider sind wir immer noch nicht besser geworden… aber wir haben ja noch genügend Zeit um besser zu werden . 

Am nächsten Morgen waren wir sehr verwundert, als auf einmal zwei Lemuren an unserem Bungalow rumspringen. Ein Männchen und ein Weibchen. Es scheint ihnen hier zu gefallen. Zum Glück haben wir Bananen hier. Die perfekten Tourifotos sind somit im Kasten .

Nach drei Tagen totale Entspannung und Ruhe ist für uns klar, dass wir weiterziehen wollen. Gut, dass Luca mit uns auf der Insel war, denn am Ende hätte uns tatsächlich das Geld nicht gereicht um den Bungalow und die Weiterreise zu bezahlen. 

Das nächste Ziel ist die Nachbarinsel Nosy Be. Im Vergleich eine sehr große Insel und ein typisches Touriziel, wie uns gesagt wird. Wir nehmen wieder ein günstiges Taxi-Boot und fahren für ca. 2,50 Euro nach Nosy Be. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten. Angekommen am Hafen, nehmen wir ein Tuk Tuk ins Stadtzentrum. Max meldet sich bei Luca, dass er zufällig auch hier auf der Insel ist. Spontan treffen wir uns in einem Cafe. Max kommt mit seiner 450er KTM ums Eck, ein echt geiles Teil!  Auf Empfehlung von Max gehen wir weiter zu Bekannten von ihm, die seit Ende letzten Jahres ein cooles Hostel mit Rooftop-Bar eröffnet haben. Perfekt für uns um einen ersten Eindruck von der Insel zu bekommen. Es wird uns relativ schnell klar, dass die beiden Inseln von Grund auf verschieden sind. Viele Touristen und starker Verkehr. Entspannung sieht anders aus. Aber das wussten wir ja. Wir lernen Tobi aus der Schweiz kennen. Er ist schon 7 Monate unterwegs und auch erst seit ein paar Tagen auf Nosy Be. Er will bei einem Marine-Projekt mitarbeiten. Max macht sich wieder auf dem Heimweg und wir fahren weiter nach Ambatoloaka. Tobi kommt spontan mit uns mit. Das Hotel, was wir ursprünglich auf Empfehlung eines Bekannten von Luca suchten, existierte leider nicht. Kurzerhand suchten wir uns etwas anderes. Es wird wieder ein Bungalow. Nach dem wir uns im Bungalow eingerichtet hatte, suchten wir uns eine Strandbar und genehmigten uns einige Biere am Nachmittag. Muss auch mal sein J. Am Abend machen wir uns auf ins Nachtleben von Nosy Be. Wir bemerkten relativ bald, dass hier sehr junge Malagasy-Frauen mit relativ alten europäischen Männern unterwegs sind. Die Altersunterschiede sind teilweise richtig heftig. An diesen Anblick müssen wir uns erst noch gewöhnen. Es herrscht hier also eine Art Sextourismus. Wir finden ein paar coole Bars und verbringen einen lustigen Abend mit dem Schweizer und Luca.

Luca, Martin & Julian

Am nächsten Tag sind wir dementsprechend vom Hangover geplagt und unternehmen nicht viel. 

Voller neugewonnener Energie leihen wir uns am darauffolgenden Tag 125 ccm Roller aus, um die Insel zu erkunden. Wir passieren dabei unzählige Dörfer und sehen das Leben der Einheimischen auf der Insel. Verlassene zugewachsene Ruinen, gestrandete Schiffe sind dabei nur Auszüge aus unserer Rundfahrt. Wir besuchen einen Nationalpark, einen heiligen Baum den die Königsfamilie aus Indien geschenkt bekommen haben, sowie einen schönen Strandabschnitt Namens Andilana.

 Den nächsten Tag nutzen wir um unsere komplette Wäsche waschen zu lassen, arbeiten noch etwas am Blog und lassen den Tag mit ein paar Bier ausklingen. Schon steht der letzte Tag an. Vor uns steht ein ca. 15 Std. Trip von Nosy Be mit Zwischenladung in Komoren und Äthiopien bis wir dann am 10. April gegen 08:00 Uhr morgens in Mumbai ankommen. Luca fliegt auch weiter in den Norden, weshalb wir zusammen zum Flughafen fahren. Wir sind vom Flughafen sehr überrascht. So einen kleinen und unorganisierten Flughafen haben wir beide noch nie gesehen. Nach erfolgreichem Einchecken verabschieden wir uns und vereinbaren ein Wiedersehen in Frankreich. Nachdem etwas Ruhe eingekehrt ist, ziehen wir ein Resümee: Madagaskar hat eine wirklich sehr schöne und abwechslungsreiche Natur zu bieten. Zu unserer Reisezeit war die komplette Landschaft grün. Neben der vielfältigen Flora und Fauna, die Madagaskar zu bieten hat, sind die Menschen trotz extremer Armut sehr nett und hilfsbereit. Auch wenn es vielleicht nicht das leichteste Land zum Start war, können wir am Ende sagen, wir hätten es genauso wieder geplant. Aber überzeugt euch selbst!

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