Natur

Nepal: Trekking im Himalaya Gebirge zum Annapurna Base Camp und Poon Hill

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus von Kathmandu nach Pokhara. Unseren großen Rucksack lassen wir dabei in unserem Hostel in Kathmandu, unsere Daypacks sind randvoll gepackt mit so wenig Klamotten wie möglich für die Wanderung. Pokhara ist schon ein wenig hügelig, das Klima immer noch angenehm. Es fängt ziemlich bald heftig zu regnen an als wir ankommen. Wir haben wieder in ein Zostel eingecheckt. Es ist ein wenig außerhalb, hat aber einen coolen Gartenbereich mit Bar. Später machen ein paar Leute Jam Session mit Gitarren und Cachon. Wir machen bei einem General Knowledge Quiz mit, das zwei schottische Gäste organisieren. Insgesamt vier Teams, die Teammitglieder werden ausgelost. Wir lernen Bert von den USA kennen, er ist mit dem Motorrad in Nepal unterwegs. Wie schon so oft fällt uns wieder auf, wie leicht es ist beim Reisen Leute kennenzulernen. Wir bleiben nur eine Nacht hier, immerhin läuft die Zeit.

Es geht weiter am nächsten Morgen nach Nayapul von wo aus unser Trekking startet. Anfangs gibt es gleich Check Points an denen man mit seiner TIMS Karte registriert wird. Am ersten Tag wandern wir von Nayapul (1070 Meter) nach Ghandruk (1940 Meter). Die letzten zwei Stunden regnet es durchgehend. Wir ziehen also unsere Jacken an und Rain Cover über die Rucksäcke. Unsere Wanderschuhe sind sowieso wasserdicht. Dann können wir weiterwandern als wär nix. Bei den Orten gibt es die so genannten Teehäuser oder Lodges zum übernachten. Oft kann man einen Deal aushandeln, dass man ja sowieso Abendessen und Frühstück bezahlt, dafür dann keine Übernachtung. Klappt bei uns nur ein Mal. Die Übernachtung kosten aber auch nie mehr als 2-3 €. Das Essen und Trinken wird jedoch immer teurer, je höher man kommt. Bier kostet beispielsweise am Anfang 350 NR, am ABC 850 NR. Man sieht oft Hunde und Büffel während der Wanderung, manchmal auch junge Hundewelpen, die Aussicht ist bis jetzt noch eher hügelig als bergig, aber trotzdem ist die Landschaft sehr schön.

Tag Zwei. Wir wandern von Ghandruk (1940 Meter) nach Chomrong (1950 Meter). Es ist insgesamt nicht viel Höhenunterschied, aber Chomrong Valley hat jede Menge Treppen, Nepal ist übrigens auch als „Land der Treppen“ bekannt. Das erste Mal gehen wir über ein paar Hängebrücken. Hunde sieht man immer wieder, manche begleiten uns ein Stück und spielen unseren Guide (erklären aber Nichts). Am Fluss füllen wir unsere Wasserflaschen auf mit dem Wasserfilter den wir dabei haben. Die Landschaft wird schon ein bisschen hügeliger und man sieht auch teilweise ins Gebirge. Um 13:30 Uhr ist unser Tagesziel schon erreicht. Wir wandern immer so an die 6 Stunden und stehen ziemlich früh auf. Am dritten Tag heißt unser Endziel Himalaya (2873 Meter). Es gibt jedoch keine großen Veränderungen, wir überqueren mehr Hängebrücken und müssen auch manchmal von Stein zu Stein springen um Flüsse zu überqueren. Es gibt Reisterrassen und Wasserfälle zu sehen. Um Baumaterial, Reis oder Gasflaschen zu transportieren werden oft Maulesel verwendet, man kommt oft an einer ganzen Karawane vorbei die glockenläutend an einem vorbeitraben. Wenn man weiter hochkommt sieht man dann aber keine Esel mehr, dann gibt es nur noch Porter. Es ist der harte Job für die Einheimischen. Wo alte chinesische Frauen schweratmend mit einem kleinen Rucksack und festen Wanderschuhen hochsteigen trägt der junge Porter dahinter zwei riesige Northface Taschen hinterher und legt den gleichen Weg mit FlipFlops und ohne Wanderausrüstung zurück. Die Taschen werden dabei zusammengebunden und am Rücken befestigt mit einem breiten Band, dass der Porter dann um seine Stirn geschnallt hat. Sieht ehrlich gesagt nicht besonders gesund für den Rücken und überhaupt nicht angenehm aus. Meistens sind die Porter aber ziemlich schnell unterwegs, sie teilen den Weg eher in kurze Sprints auf und dann sieht man sie 30 Minuten später wieder am Wegrand sitzen. Es kommt uns ein bisschen wie Sklaventreiberei vor, aber die Einheimischen sind glücklich über die Arbeit, so ein Porter kostet nur ein paar Dollar pro Tag. Die nächste Stufe ist dann der Guide, jeder Guide war früher mal Porter. Manchmal führt uns der Weg durch den Wald mit Steinen und Baumwurzeln als Treppenstufen. Hier gibt es auch oft sehr starke Regenschauer, die die Wanderwege für die Touristen zerstören und dann wieder gebaut werden müssen. Einmal kommen wir an einer größeren Baustelle vorbei an der mehrere Nepaler beschäftigt sind. Um Baumaterialen hochzutragen werden auch wieder Porter genutzt, wir kommen mal einer Gruppe entgegen von denen jeder ca. 4 Meter lange Holzbalken auf dem Rücken befestigt hat.

Vierter Tag. Wir wandern weiter und erreichen schon den höchsten Punkt – das Annapurna Base Camp (4130 Meter) – Nachmittags um 3. Leider ist es ein bisschen neblig und wir sehen nicht das komplette 360 ° Panorama der Berge um uns herum. Das ABC bietet gerade nur ein Teehaus an und es ist noch Platz für uns übernacht zu bleiben. Ansonsten ist es zerstört, Nepaler sind dauernd am arbeiten während wir uns über unsere Ankunft freuen (sprich: wir trinken Bier). Es gab einen Schneesturm vor drei Monaten und man sieht die Auswirkungen. Außer uns ist noch ein deutsches Pärchen, Phillip und Julia, im Schlafsaal. Außerdem drei Franzosen und ein Russe. Wir spielen später zusammen Karten und trinken Tee. Mittlerweile ist es schon ziemlich kalt, zwischen -10 und -15 Grad hat es Nachts. Wir haben nur dünne Schlafsäcke dabei, aber man bekommt immer Decken von den Teehäusern, damit kann man’s schon aushalten. Am nächsten Tag sehen wir uns mit Julia und Phillip den Sonnenaufgang mit dem Bergpanorama an. Der Annapurna I ist mit 8091 Metern der höchste Berg den wir zu sehen bekommen. Er ist auch bekannt als „Killer Mountain“, gefährlicher als der Mt. Everest. Zwanzig Prozent der Menschen, die versucht haben den Berg zu besteigen, sind nicht wieder runtergekommen. Außerdem sehen wir den Annapurna South (7219 Meter) und den Machapuchare (6997 Meter). Hammer Aussicht, wiedermal sagen Bilder mehr als Worte.

Dann geht es wieder den gleichen Weg zurück. Tag Fünf. Mittlerweile haben wir schon beide einen ordentlichen Muskelkater, aber es muss ja immer weitergehen. Bergab läuft’s sich zwar besser, aber trotzdem ist es mit Abstand der anstrengendste Tag. Wir wollen bis zu Jinu Danda (1740 Meter). Fast zehn Stunden wandern wir an dem Tag. Zum Schluss auch zusammen mit Phillip und Julia. Es gibt heiße Quellen in Jinu Danda und sie wollen auch da hin. Mit allem auf und ab bringen wir 3500 Meter Höhenunterschied hinter uns und 22 Km. Fix und fertig entspannen wir uns dann an den heißen Quellen, hat sich schon gelohnt. Jetzt sind wir wieder an der Abzweigung und können einen anderen Weg in Richtung Poon Hill wählen. Tag Sechs. Zuerst verabschieden wir uns von Julia und Phillip, sie nehmen eine andere Route. Wir wollen eine der längsten Hängebrücken hier überqueren und gehen dann weiter nach Deurali (3106 Meter). Wieder wandern wir also neun Stunden und es ist wiedermal super anstrengend. Im Teehaus in Deurali sind wir sau glücklich und erschöpft als wir ankommen. Wir haben uns eine warme Dusche und gutes Internet verdient. Bekommen aber leider Beides nicht. Es hat ungefähr 17 Grad und die Dusche ist fast mitten auf dem Weg, wo man eher eine Garage erwarten würde. Das Licht geht nicht also duscht man mit offener Tür und nackt mit eiskaltem Wasser in der Hoffnung dass niemand Anderes den Weg entlang kommt. Wir kaufen uns eine riesige Kanne Tee und organisieren dass die Leute den Ofen anschmeißen für uns. Den restlichen Abend gibt’s ein paar Runden Watten und dann tiefen, wohlverdienten Schlaf.

Tag Sieben und es wird Zeit dass die Wanderung zu Ende geht. Wir erreichen Poon Hill von wo aus man eine schöne Aussicht auf die Berge bekommt, die wir schon von Nahem gesehen haben. Am selben Tag fahren wir von Hibel (1460 Meter) mit einem Einheimischen im Jeep mit nach Pokhara. Wir waren vielleicht ein bisschen zu schnell unterwegs, uns tut auch alles weh. Wir erholen uns erstmal ein bisschen in Pokhara und gönnen uns eine Massage. Corinne, die wir in Mumbai kennengelernt haben, ist auch in Pokhara und wir treffen uns wieder mit ihr. Sie startet ihre Wanderung mit einem einheimischen Bekannten ihrer Familie am nächsten Tag. Wir zeigen ihr unsere Route und überzeugen sie auch dazu ihre Pläne zu ändern. Für uns ist Nepal aber vorbei. Unser Visum läuft ab. Zurück geht’s nach Kathmandu und am 10. Mai geht unser Flug über Dhaka weiter nach Kuala Lumpur. Es folgt noch ein Zusammenschnitt aller GoPro Videos die wir gemacht haben. Wie immer sagen Bilder bestimmt mehr wie Worte, vor Allem bei so einer Wanderung. Work in Progress.

4 Kommentare

  • Justin

    Long time supporter, and thought I’d drop a comment.

    Your wordpress site is very sleek – hope you don’t mind me asking
    what theme you’re using? (and don’t mind if I steal it?
    :P)

    I just launched my site –also built in wordpress like
    yours– but the theme slows (!) the site down quite a bit.

    In case you have a minute, you can find it by searching
    for „royal cbd“ on Google (would appreciate any feedback) – it’s still in the works.

    Keep up the good work– and hope you all take care of yourself during the coronavirus scare!

  • BavarianTravellers

    Hi Justin,

    thanks for your comment ! The theme is called Bard.

    Greets,
    BavarianTravellers

Eine Antwort schreiben